Ja, was ist Homezoning eigentlich und wie bin ich auf den Namen gekommen?
Hier muss ich etwas weiter ausholen.
Bis zum Jahr 2010 rum war ich leider wenig aktiv. Ja, ich hatte meine Pferde und bin mit meiner Tochter öfter draußen gewesen und habe etwas mit ihr unternommen, aber am liebsten saß ich zu Hause am PC, las oder schaute Serien.
Dann beschloss ich allerdings, dass es dringend Zeit wäre abzunehmen und begann daher mit dem walken bzw. war durch dieses neue Hobby immer öfter in der Natur unterwegs und entdeckte das Wandern für mich.
So kam eines zum anderen, ich entfachte meine Liebe zu Schlössern und Burgen neu, unternahm Roadtrips und Tagesausflüge, entdeckte das Urban Exploring für mich, die Mikroabenteuer, Geocaching, Bushcraft...eben vieles was man draußen unternehmen konnte..
Besonders durch das Geocaching entdeckte ich Orte hier in der Region, welche ich ohne die Schatzsuche mit GPS Gerät niemals entdeckt hätte. Hinzu kommt meine Leidenschaft für historische Gebäude, Stuck, Fassaden, Denkmäler, Geschichte.......
Und leider auch die Tatsache, dass ich durch meine teils älteren und teilweise pflegeintensiven Tiere nicht tagelang in den Urlaub abdüsen konnte. Selbst bei Tagestouren brauche ich teilweise jemanden, der meinem alten Pony seine Tablette und das Futter gibt, das er täglich braucht.
Wie konnte ich also alle Interessen unter einen Hut bringen und trotzdem in der Nähe bleiben? Schließlich meinte ich ja alles sehenswerte in der Region bereits zu kennen. Wie konntes es über das Geocachen und die Mikroabenteuer hinaus noch möglich sein, nachmittags nach der Arbeit ein Stündchen oder gar zwei, noch etwas an der frischen Luft zu erleben, ohne auf den mittlerweile bekannten und immer gleichen Wegen walken zu gehen?
Die Idee kam mir eigentlich ziemlich spontan in einer Mittagspause. Um mal vom Schreibtisch weg zu kommen, gehe ich in der Pause öfter mal spazieren. Wenn ich den Kopf richtig frei bekommen muss, gerne auch mal eine Runde walken.
Leider hatte es die vorherigen Tage jedoch ziemlich stark geregnet, so dass unsere Wege an der Wupper recht matschig waren und ich mir meine Schuhe und Hose nicht zu dreckig machen wollte. Daher bleib mir nichts anderes übrig, als ein paar Schritte im Wohngebiet nebenan zu tun. Da ich diese Straßen jedoch bereits auswendig kannte, ging ich diesmal in das Wohngebiet auf der anderen Straßenseite, in welchem ich bislang bewusst noch nie war. Weshalb auch, ich kannte dort niemanden und mich erwartete sowieso nur ein Haus neben dem anderen.
Dachte ich.
Zunächst sah ich auch nur eines, eben die erwarteten Häuser. Als ich jedoch an einem Versorgungsgebäude eines Telefonanbieters vorbei kam, entdeckte ich eine interessante Statue, welche ich nicht mit dem Gebäude in Verbindung bringen konnte, welche mich jedoch sofort faszinierte.
Sonderlich gepflegt sah sie nicht aus und wie bereits geschrieben, es handelte sich um ein Versorgungs- und kein Bürogebäude. Woher kam also die Statue? Wer hatte sie dort errichten lassen und mit welchem Hintergrund?
Fragen über Fragen, auf die ich bis heute, Monate später, keine Antwort gefunden habe.
Darum ging es jedoch auch nicht wirklich, obwohl ich lustigerweise auch in einer Facebook Gruppe fragte, ob jemand diese Statue kennt. Das Ergebnis: Niemand.
Doch, ein Mitglied der Gruppe schrieb, dass er regelmäßig mit dem Fahrrad an diesem Gebäude vorbei fährt, ihm die Statue jedoch noch nie aufgefallen wäre.
Besonders diese letzte Aussage, brachte mich zum nachdenken. Wir leben in einer Stadt. Vielleicht sind wir in dieser Stadt auch geboren und aufgewachsen. Vielleicht haben wir immer in dieser Stadt gelebt und sind nie weggezogen. Oder sie ist unsere Wahlheimat weil wir hingezogen sind.
Aber, wie gut kennen wir diese Stadt wirklich?
Ich habe die ersten 27 Jahre meines Lebens nur in Leverkusen gelebt. Ich habe nie in einer anderen Stadt gearbeitet, auch wenn ich nun bereits einige Jahre nicht mehr dort wohne.
Aber, wie gut kenne ich die Stadt die ich meine Heimatstadt nenne, wirklich?
Und ich muss leider sagen, ich kannte sie sehr wenig!
Natürlich kannte ich die "Hauptattraktionen" und natürlich kannte ich die Umgebung um mein Büro einigermaßen und vor allen Dingen den Stadtteil in dem ich aufgewachsen bin.
Und dennoch neigen wir dazu, meistens nur die drei Straßen um unsere Wohnung oder unser Haus herum zu kennen, der Rest interessiert uns nicht.
Und so, finde zumindest ich, verpassen wir so viele schöne Dinge in einer Stadt, die es wert sind entdeckt zu werden.
Ich hatte mir also vorgenommen, Leverkusen, die Stadt in der ich geboren und aufgewachsen bin und in der ich heute noch arbeite, wirklich kennenzulernen.
Ich habe mir vorgenommen, nach Möglichkeit jede Straße, jeden Weg und jeden Trampelpfad in "meiner" Stadt zu entdecken und abzulaufen und die für mich schönen Dinge im Foto festzuhalten.
Zunächst sollte das Projekt unter dem Motto laufen, "Eine Stadt, ein Jahr, zu Fuß", von dem Jahr bin ich jedoch mittlerweile abgewichen, da die Erkundung Spaß machen soll und keinem Druck unterliegen, es handelt sich schließlich um ein neues Hobby, eine neue Leidenschaft und Verpflichtungen habe ich im Beruf und privat bereits genug.
Homezoning war geboren und vielleicht habt ihr ja Lust, mich auf meinen Erkundungstouren zu begleiten.
Oder besser noch, Euch mir anzuschließen und ebenfalls Eure Stadt, Euer Dorf, Euren Landkreis.......zu entdecken und Eure Erlebnisse mit mir zu teilen.
Ich würde mich freuen!

Kommentare
Kommentar veröffentlichen